Was kann sich Österreich noch leisten?

25.03.2010

Der steirische Landeshauptmann wagt sich vor, und stellt die Leistbarkeit von Gratiskindergärten in Frage. Na ja, ich bin an und für sich kein großer Freund von Abstellplätzen für Kinder. Ich denke, Eltern sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder selbst zu erziehen. Das bedeutet aber, dass von zweien einer jeweils zu Hause sein muss und als zusammengenommen nur ein Gehalt zur Verfügung steht. Dieses müsste dann ausreichen, eine Familie zu ernähren. Auch das muss leistbar sein. Derzeit braucht es in vielen Familien zwei Gehälter, damit das Geld nicht vor dem Monat zu Ende ist.

Neben den Kindergärten, oder entsprechend ausreichenden Gehältern, können wir uns noch viele andere Dinge nicht mehr leisten: Eine öffentliche Post, die alle versorgt, den geplanten Ausbau der Bahn, unsere Landtage. Na ja, zugegeben, man fragt sich schon manchmal, warum ein Land wie Österreich fast so viele Bundesländer und Landesregierungen hat, wie Deutschland. Andererseits, wenn wir die in den Landesregierungen und deren Ämtern Beschäftigen "einsparen", was machen die dann? So kümmern sie sich darum, dass Österreich annähernd reibungslos funktioniert. Das ist doch eigentlich schon nicht ganz schlecht.

Ja die Bahn kann sich keine durchgehenden Züge oder Kurswägen mehr leisten. Jetzt müssen wir alle, auch die Großmütter, mit ihrem Gepäck immer wieder umsteigen. Allerdings kann die Bahn sich auch kaum mehr Schaffner leisten. So ist jeder auf sich selbst gestellt, und kann auch für das viele Umsteigen kaum noch auf Hilfe hoffen.

Was wir uns allerdings leisten können, ist, Zinsen auf geborgtes Geld zu zahlen. Das ist heilig. Zinsen nicht zahlen wäre ganz, ganz böse. Dann schon lieber Kindergärtnerinnen, Krankenpfleger und Bahnschaffner auf die Straße setzen. Und das, obwohl alle drei "Buchreligionen" das Einheben von Zinsen auf Kapital ausdrücklich verbieten. Ich bin zwar nicht besonders religiös, aber hierin stimme ich den drei Religionen bei. Zinsen zu verlangen ist nicht nur unsittlich, es führt unweigerlich und mit schöner Regelmäßigkeit in die Katastrophe. Für die, die es noch nicht wissen: das Christentum verbietet Wucher - nur, als dieses Wort in die deutsche Fassung gesetzt wurde, bedeutete es einfach Zinsen, nicht wie jetzt überhöhte Zinsen. Es ist also auch im Christentum eindeutig verboten, nicht nur überhöhte, sondern jede Art von Zinsen auf Kapital einzuheben. Mit gutem Grund. Die oben erwähnten Krisen heißen entweder Depression oder Krieg oder beides. Hier wird durch ein künstliches Spiel mit Zahlen, ein Pyramidenspiel, unsägliches Leid verursacht.

Ja, Zinsen, die Transferleistungen an Reiche, die zahlen wir eisern.

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What do Russian Bombers tell about the WTC?

25.03.2010

Two Russian bombers, capable of carrying nuclear weapons, have been caught flying over British airspace. Wing Commander Mark Gorringe, commander of 111 Squadron, said: "This is not an unusual incident.

"People may be surprised to know that our crews have successfully scrambled to intercept Russian aircraft on more than 20 occasions since the start of 2009.

"Our pilots, navigators and indeed all the support personnel at RAF Leuchars work very hard to deliver the UK Quick Reaction Alert Force 24 hours a day, which can be scrambled in minutes, to defend the UK from unidentified aircraft entering our airspace, or aircraft in distress.

But we are supposed to believe that the USAir Force is not able to do the same and that four passenger jets just slipped through their net during more than one hour. Everybody not swallowing this nonsense is a conspiracy theorist.

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Kleiner Filmtip zum Irankrieg

23.03.2010

Hier ein kleiner Filmtip.
http://www.youtube.com/watch?v=dLT8UjF7ZYY&feature=related

Laut der beiden Geheimdienstexperten gibt es also keinen unmittelbaren Grund für einen Krieg gegen den Iran. Natürlich, auch wenn es uns keiner so deutlich sagt, müssen wir das aus der langen Kette von falschen Kriegsgründen ableiten:

* Sarajevo für den 1. Weltkrieg - so ein "Topfen"
* die Lusitania für den Eintritt der USA
* die Scharmützel an der polnischen Grenze angeblich für den Angriff auf Polen,
* Pearl Harbour, 4000 Soldaten geopfert um einen Grund für den Angriff auf Japan zu haben
* der Golf von Tonkien, wo nie ein Seegefecht stattgefunden hat,
* der 1. Irakkrieg, wo Saddam Hussein mehr oder weniger ausdrücklich eingeladen wurde, den Anschluss von Kuweit zu suchen und dann die schauspielerisch geschulte, weinende Tochter des kuweitischen Botschafters vor laufender Kamera behauptete, die Iraker würden Babys aus Inkubatoren nehmen,
* Kosovo, mit den angeblich 300.000 Fliehenden, oder schon Ermordeten, die nachher nie mehr auch nur erwähnt wurden,
* Afghanistan, wo nie klar geworden ist, wie die mit dem Einsturz des WTC zusammenhängen, oder wieso man ein Land bombardieren darf weil eine Organisation, die von diesem Land aus operiert, angeblich ein Verbrechen begangen hat,
* der 2. Irakkrieg, wo sogar ein Waffeninspektor umgebracht werden musste, um alle anderen daran zu hindern ganz laut zu sagen, dass der Irak keine gefährlichen Waffen besitzt, was nachher natürlich aufgeflogen ist,
* der Angriff Israels auf den Libanon, wo angeblich zwei Soldaten gekidnappt, tatsächlich aber auf fremdem Territorium festgenommen worden waren,
* das Massaker in Gaza, angeblich um den Raketenbeschuss aus Gaza zu stoppen, nachdem aber nachweislich ein 6-monatiger Waffenstillstand durch die Hamas eingehalten worden war, während Israel seine Versprechen nicht gehalten hatte...


Ich hab nur schnell zusammengeschrieben, was mir so eingefallen ist. Ich weiß nicht, ob es überhaupt einen Krieg gibt, der aus dem Grund angefangen wurde, der den Soldaten und Angehörigen und der breiten Öffentlichkeit genannt wurde.

Was auch die beiden Geheimdienstexperten verschweigen: der Iran handelt mittlerweile Öl und Gas mit China in Landeswährung und Renminbi, er hat seit Jahren damit gedroht eine Börse für Öl in Euro und anderen Währungen zu öffnen, hat das aber immer wieder verschoben. Einmal war er wieder knapp davor, sie zu eröffnen, und ist dann mehr oder weniger komplett von den internationalen Datennetzen abgeschnitten worden.

Der Irak hatte übrigens das gleiche Ziel verfolgt, und kurz vor dem Angriff der USA erklärt, Öl nur mehr in Euro verkaufen zu wollen. Das hat der US$-Pfund Allianz zwischen New York und London ganz und gar nicht gefallen.

Empfehlenswert ist auch John Perkins (Confessions of an Economic Hit Man), der bestätigt, dass Staaten bewußt in die Schuldenfalle gelockt werden, damit sie sich ausbeuten lassen müssen. Wenn sie sich erfolgreich dagegen wehren und auch Geheimdienste mit ihren Killerkommandos nichts ausrichten, dann wird letztlich die Armee losgeschickt. Nicht wegen irgend einer Gefahr für die Bevölkerung, sondern von den Bankern, um ihre Renditen zu sichern.

Was mich ärgert, ist, dass wir als dumm verkauft werden, und auch tatsächlich dumm dastehen, weil wir gar nichts machen können. Es hilft überhaupt nichts, zu wissen, dass der Krieg gegen den Iran nicht aus Sicherheitsgründen begonnen wird. Dieses Wissens eines großen Teils der Weltbevölkerung hat den Irakkrieg auch nicht verhindert.

Keine Ahnung, was da zu machen ist. Jeder nützliche Hinweis ist willkommen.

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Aussenminister Kouchner: EU bereit zu Sanktionen gegen Iran

14.03.2010

Herr Kouchner, wer ist in diesem Fall die EU? Die Wirtschaft hat nämlich keine Freude an weiteren Sanktionen gegen den Iran. Haben Sie die Bevölkerung Frankreichs gefragt, die Sie vertreten? Haben die anderen Minister sich bei ihren Bürgern erkundigt, um zu diesem Schluss zu kommen?

Herr Kouchner, wir haben dieses Spiel in den letzten Jahren schon mehrfach erlebt. Ihre Behauptungen entbehren jeder Legitimität aus der Bevölkerung. Wir haben auch die letzten Male schon nicht daran geglaubt. Schon beim Kosovo waren alle dramatischen Behauptungen eben das, ein Drama, das uns von entweder korrupten oder feigen Politikern vorgespielt wurde, um unser Einverständnis für die Bombardierung Serbiens zu bekommen. Es war aber damals die Mehrheit der Bevölkerung gegen einen solchen Luftkrieg. Die meisten Menschen hatten durchschaut oder wussten, dass die Horrorbotschaften aus dem Kosovo in den Medien und aus dem Mund von Politikern schlichtweg falsch waren.

Das gleiche hat sich vor dem Irakkrieg wiederholt. Während die Waffenkontrollore der UNO keine Gefahr sahen, wurden in den USA, Großbritannien, Holland, in all den Ländern, die sich am Krieg beteiligen wollten, von deren angeblichen Vertretern und Medien ständig Schreckensbotschaften über die Massenvernichtungswaffen verbreitet. Nach der illegalen Zerstörung des Irak stellte sich nicht nur heraus, dass es diese Waffen nicht gegeben hatte, sondern dass die Politiker dies sehr wohl schon vorher gewusst und ihre Landsleute glatt betrogen hatten.

Herr Kouchner, warum sollten wir annehmen, dass Sie und alle ihre Kollegen, die zum Krieg gegen den Iran, der angeblich Atomwaffen entwickelt, jetzt etwas anderes machen als schon früher: nämlich uns belügen? Wir denken gar nicht daran. Wir brauchen noch nicht einmal die Geheimdienstberichte lesen, die trotz gegenteiliger Behauptungen von Politikern regelmäßig feststellen, dass der Iran kein Atomwaffenprogramm hat und auch Jahre von einer funktionierenden Atombombe entfernt wäre, sollte er ein solches starten.

Herr Kouchner, sie sind aus Frankreich und daher aus einem Land, das sich bisher als unbelehrbar erwiesen hat. Natürlich ist auch das friedliche Atomprogramm des Iran enorm gefährlich, natürlich sollte auch dieses eingestellt werden. Es könnte die EU zum Beispiel alle ihre Diplomatie darauf verwenden, dem Iran auf friedliche Weise nachhaltige Techniken erneuerbarer Energie nahezubringen, sodaß er für seine Energieversorgung gar kein Atomprogramm und keine Kernkraftwerke benötigte. Nur, damit könnten wir natürlich bei uns anzufangen, anstatt wie Ihr Präsident Fördergelder für die offensichtlich doch unwirtschaftliche Atomindustrie zu verlangen.

Wenn Sie irgend einen Beitrag zum Weltfrieden leisten wollen, Herr Kouchner, Sie und Ihre europäischen Kollegen aus Estland, Italien, Spanien, Schweden und Finnland, sie könnten sich am Wirtschaftsboykott gegen Israel beteiligen, um Israel dazu zu zwingen, erst einmal die Belagerung des Gazastreifens aufzuheben und die Versorgung der 1,5 Millionen Bewohner dort zu ermöglichen. In weiterer Folge könnte dieser Wirtschaftsboykott helfen, der Besetzung des Westjordanlands durch Israel und der Misshandlung der dortigen palästinensischen Bevölkerung durch die israelische Armee eine Ende zu setzen.

Sie könnten aber auch, Herr Kouchner, von Großbritannien und den USA fordern, den Krieg in Irak endlich zu beenden und die Truppen abzuziehen. Gleichzeitig könnten Sie darauf drängen, dass die Folter in den USA wieder abgeschafft wird, und angebliche Terroristen ein Verfahren vor einem ordentlichen Gericht bekommen. Sie könnten weiters gemeinsam beschließen, dass der Bär zum Einsturz des World Trade Center, den uns die Regierung der USA aufgebunden hat, nicht länger tragbar ist, und eine neue Untersuchung und Feststellung der Schuld zu erfolgen hat. Bis zum Ergebnis dieser Untersuchung könnten Sie und alle Verbündeten getrost davon ausgehen, dass Afghanistan mit dem World Trade Center ebensowenig wie der Irak zu tun hatte und die NATO-Truppen von dort abziehen. Herr Kouchner, im Gegensatz zu den von Ihnen angestrengten Maßnahmen gegen eine fiktive Bedrohung durch den Iran, würden die Vorschläge oben drei ganz reale Kriege mit täglich unzähligen Opfern beenden.

Ich weiß, John Perkins hat uns gelehrt, dass Kriege letztlich das äußerste Mittel der reichen Länder sind, Geld zu verdienen. Vielleicht können wir auf dieses Geld verzichten, oder Sie hören wenigstens auf damit, uns zu belügen. Wir wissen, dass Sie es tun und nun wissen Sie, dass wir Bescheid wissen. Sie brauchen nicht einmal mehr den Schein wahren. Bitte hören Sie auf mit dem Lügen!

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Wie lange wollen wir uns die Überwachung noch gefallen lassen?

10.03.2010

Wenn heute jemand ein Flugzeug besteigen will, muss er sich eine vollkommen unwürdige Prozedur gefallen lassen. Er muss sein Handgepäck öffnen und durchwühlen lassen. Ja selbst wenn es nicht durchwühlt wird, so schaut sich doch ein völlig Fremder an, was man so alles auf Reisen mitnimmt. Er oder sie muss sich halb entblößen, den Gürtel aus der Hose nehmen, unter Umständen sogar die Schuhe ausziehen und in Socken auf dem schmutzigen Boden durch einen Metalldetektor gehen. Mittlerweile ist es sogar nicht mehr ungewöhnlich, dass man vor einem Fremden ganz ausgezogen wird. Dass man sich selbst nicht nackt sieht, sondern nur der andere mindert die Peinlichkeit der Situation kaum.

Warum tun wir das? Es wird uns erklärt, es wäre aus Gründen der Sicherheit nötig. Es könnte sonst jemand in das selbe Flugzeug steigen und eine Bombe oder Waffe mitnehmen und das Flugzeug entführen oder zerstören. Und das möchte man selbst doch auch nicht, oder? Oder? Hier fängt eigentlich die ganze Kontrolle erst richtig an, zum Ärgernis zu werden. Denn die Annahme, und die daraus abgeleitete Maßnahme, alle Passagiere auf Verdacht zu kontrollieren, bedeutet ja, dass man selbst auch verdächtigt wird, in der Lage zu sein, eine ganze Flugzeugladung Passagiere bewusst und gezielt zu ermorden.

Dies ist ein wahrhaft monströser Verdacht. Es gibt nämlich in unserer Gesellschaft nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Mördern. Davon sind aber auch wieder nur wenige bereit, jemanden gezielt und eines politischen oder wirtschaftlichen Vorteils wegen zu ermorden. Diesen Verdacht auf alle Flugreisenden auszudehnen ist krank, abscheulich und in höchstem Maße ehrenrührig.

Die Maßnahme ist logischerweise auch unwirksam und lächerlich.

Erstens gelingt es natürlich auch Laien immer wieder, irgend etwas ausreichend Wirksames durch die Kontrollen zu schleusen, um damit in einem vergleichsweise anfälligen Flugzeug großen Schaden anzurichten. Das zeigen die verschiedenen Fälle, wo Journalisten oder andere unnötige Witzbolde den Behörden bewiesen haben, dass sie ihre Kontrollen noch weiter verschärfen müssen.

Zweitens haben alle bisherigen Attentate auf Flugzeuge eines gemeinsam: sie wurden nicht ordentlich untersucht, und irgendwie sind Geheimdienste, ein Heer oder Politiker verwickelt gewesen. Entweder sie hätten vorher schon etwas wissen müssen, oder es ist geradezu unglaublich, wie wenig sie angeblich wussten, so wenig, dass man sie wegen Unbrauchbarkeit eigentlich sofort abschaffen müsste, oder sie waren irgendwie mit den angeblichen Schuldigen so eng bekannt, dass man geradezu zu dem Schluss kommen muss, sie waren die Urheber des Anschlags. Es ist auch klar, dass die größten Ansammlungen von echten Psychopathen in der Politik, in den Armeen und in den Geheimdiensten zu suchen sind. In diesen Gruppierungen häufen sich Menschen, deren tägliches Geschäft es ist, andere aus politischen Gründen überlegt, geplant und gezielt töten zu lassen oder selbst zu töten.

Drittens ist es selbstverständlich völlig unsinnig ausgerechnet Flugreisende besonders zu kontrollieren. Ich will hier nicht aufzählen, welche anderen Möglichkeiten es gäbe, eine große Menge Menschen auf einfache und doch spektakuläre Weise so umzubringen, dass man damit ein deutliches Zeichen setzt. Es ist mit Sicherheit unmöglich, alle diese Gelegenheiten vorherzusehen und durch sogenannte Sicherheitsmassnahmen zu verhindern. Das wissen wir schon lange und bauen darauf, dass Menschen auf Grund natürlicher sozialer Kompetenz und Erziehung in Ethik und sozialem Verhalten und aus Einsicht in ihren eigenen Vorteil darauf verzichten, ihre übelsten Regungen auszuleben und Mitmenschen in größerer Anzahl wegen eines kurzfristigen persönlichen Vorteils oder in der Verfolgung irgendwelcher Wahnvorstellungen zu ermorden. Wie gesagt, Menschen bei denen wir das nicht ohne weiteres voraussetzen können finden sich konzentriert in der Politik und bei den sogenannten Sicherheitsdiensten, dem Heer, zunehmend auch der Polizei und bei den Geheimdiensten. Ausgerechnet Mitglieder dieser Einrichtungen haben aber weitgehend ungehinderten Zugang zu Flugzeugen und werden nicht ohne weiteres wie normale Passagiere kontrolliert.

So hat zum Beispiel auch den armseligen Möchtegernbomber Umar Farouk Abdulmutallab aus Nigeria, der sich kurz vor der Landung in den USA die Unterhose anzündete, jemand von einer Organisation mit besten Beziehungen zu den Sicherheitskontrollen ohne Pass und jedenfalls brennbaren Chemikalien in der Unterhose ins Flugzeug gesetzt. Ein weiteres besonders nützliches und offensichtlich gut trainiertes Mitglied der Gesellschaft aus Holland hat dann bei der Festnahme des Nigerianers mitgeholfen. Wäre ihnen sofort eingefallen, dass jemand, dessen Unterhose im Flugzeug brennt, ein Terrorist ist? Dem fliegenden Holländer Jasper Schuringa anscheinend schon, er war gleich darauf bedacht, seinen Mitpassagier zu „bändigen“, sagte er im Interview. Na ja, immerhin hat er auch die Unterhose löschen geholfen.

Warum müssen wir diesen ganzen Unsinn über uns ergehen lassen? Dies ist die eigentliche Frage, die wir uns stellen müssen, und auf die ich gerne die Antwort wüsste. Sicherheit kann man so nicht erlangen, das steht fest. In den USA kann jeder in vielen Geschäften Waffen und Munition kaufen und auch gleich ausprobieren und doch sind diese Geschäfte und ihre Umgebung absolut sicher. Ich weiß eigentlich nur zwei Antworten, die mir annährend plausibel erscheinen: Eins: wir sollen an Kontrollen und Überwachung gewöhnt werden, und Flughäfen eignen sich für diesen Lernprozess relativ gut. Zwei: Wir werden schon komplett überwacht und die Diskussion wird durch spektakuläre und beschämende Vorgänge auf Flughäfen, wo die meisten so etwas noch hinnehmen und das tägliche Leben nicht allzu sehr beeinträchtigt wird, gelenkt. Bis wir dann draufkommen, dass wir eigentlich ständig überwacht, gefilmt, abgehört werden, haben wir uns schon damit abgefunden.

Das ist aber ein grundlegender Irrtum. Man kann eine Gesellschaft nicht überwachen ohne sie und ihre Mitglieder zu ersticken. Die DDR hat das auf beeindruckende Weise bestätigt. Ich will mich auch nicht von irgend wem, der mich nicht interessiert, ersticken lassen. Ich würde mir mehr Widerstand gegen die unsinnige und erniedrigende Kontrolle an Flughäfen wünschen.

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Uri Avnery: Das Grab der Hure - Heilige Städten und die Politik der Unterdrückung

08.03.2010

Uri Avnery

Mar 6, 2010

VOR EINIGEN WOCHEN wurde der Türke Mehmet Ali Agca, der versucht hatte, Papst Johannes Paul II in Rom zu töten, nach 28 Jahren Gefängnis entlassen.

Das Motiv für seinen Akt wurde niemals aufgeklärt . Aber ein palästinensischer Führer erzählte mir einmal seine Version: Gott erschien Ali Agca im Traum und sagte zu ihm: geh in die heilige Stadt und töte den verdammten Polen. Aber der Türke hat ihn missverstanden. Statt nach Jerusalem zu gehen und Menachem Begin zu töten, ging er nach Rom …

Das zeigt wieder einmal, dass heilige Stätten einem auf den Wecker gehen können.


DER VERSTORBENE Yeshayahu Leibowitz, ein praktizierender Jude und resoluter Gegner des religiösen Establishments, pflegte die Taten der Wahabiten zu loben, die radikale Sekte, die vor 200 Jahren den Islam von „Unreinheiten“ säubern wollte. Das erste, was sie nach der Eroberung Mekkas tat, war die Zerstörung des Grabes des Propheten Muhammeds. Die Verehrung von Gräbern war ihrer Meinung nach eine heidnische Abscheulichkeit. Leibowitz lobte diesen Akt und zürnte den religiösen Juden, die „Heilige Stätten“ verehrten.

Damit stand er auf festem biblischem Boden. Im letzten Kapitel der Torah (5.Mos.34) steht: „So starb Moses, der Knecht des Herrn daselbst im Lande Moab .. und er begrub ihn… aber keiner hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag.“ Auch die Autoren der Bibel glaubten, dass die Verehrung von Gräbern eine widerwärtige Gewohnheit von Götzendienern sei.

Im Laufe von Generationen wurden auch die Juden von dieser schlechten Angewohnheit angesteckt. Orthodoxe Juden hielten Gottesdienste am Grab von Rabbi Nachman in der Ukraine und von Rabbi Abu Hatzira in Ägypten. Die Mutation des Judentums, das zu einer Art Staatsreligion in Israel wurde, hat diesen Götzenkult in einen heiligen Kult verwandelt.

Während der ersten Jahre des Staates ging ein Beamter des Religionsministeriums (wie es damals genannt wurde), ein gewisser Shmuel Sanwill Kahane durch das Land und entdeckte rechts und links Heilige Stätten. Er fand Gräber von muslimischen Scheichs und verkündete, dass diese tatsächlich alles Gräber unserer Vorväter seien. Sie wurden zu Heiligen Stätten erklärt und von seinem Ministerium übernommen.

So wurde das Ministerium vergrößert und auch sein Budget, es zog Touristen an und „bewies“, dass Juden in diesem Land tiefe Wurzeln hätten. Säkulare Israelis lächelten spöttisch, und einige religiöse Juden, wie Leibowitz waren wütend.

Aber nach dem Sechs-Tage-Krieg und dem Beginn der Besatzung nahm die Verehrung Heiliger Stätten einen unheimlicheren Charakter an. Sie wurde von den Siedlern instrumentalisiert.


HEILIGE STÄTTEN zu nützen, um die Eroberung und Massaker zu rechtfertigen, ist keineswegs eine israelische oder jüdische Erfindung.

Eines der abscheulichsten Beispiele ist der erste Kreuzzug. Papst Urban II, rief die Christen Europas auf, sich zu erheben und das Heilige Grab – nicht das Land Palästina, nicht die Stadt Jerusalem, sondern nur einen besonderen Ort zu befreien: das Grab, in dem - nach christlicher Tradition – Jesus vor seiner Auferstehung begraben lag.

Für dieses Grab haben Tausende von Christen enorme Entfernungen bis Jerusalem zurückgelegt, haben unterwegs Massen von Leuten (meist Juden) ermordet und nach der Eroberung der Stadt ein entsetzliches Massaker angerichtet. Nach christlichen Chroniken hätten sie knietief in Blut gewatet. Die Opfer waren Muslime und Juden, Männer, Frauen und Kinder.

Aber wir müssen keine 911 Jahre zurückgehen, um fanatische oder zynische Führer zu finden, die sog. Heilige Stätten benützten, um monströse Taten zu rechtfertigen. Als Slobodan Milosevic die ethnische Säuberung des Kosovo durchführte – einen Genozid - war seine zentrale Behauptung, dass das Land für die Serben heilig sei.

Und tatsächlich fand 1389 dort eine historische Schlacht statt. Die christlichen Serben wurden von den ottomanischen Muslimen geschlagen, und diese beherrschten während der nächsten 600 Jahre das Land. Während dieser Zeit nahm die lokale Bevölkerung freiwillig den Islam an. Aber die Serben machten aus dem Schlachtfeld eine Heilige Stätte – ein seltenes Beispiel, dass ein Volk seine Niederlage feierte (wie die Juden auf Massada)

Wenn Binyamin Netanyahus Lieblingsausdruck – „Der Felsen unserer Existenz“ – in Serbien existieren würde, dann hätte Milosevic ihn sicher verwendet. Er behauptete, dass das Kosovo das spirituelle und religiöse Zentrum des serbischen Volkes sei, trotz der Tatsache, dass die überwältigende Mehrheit seiner Bewohner jetzt albanische Muslime sind. Bis zum heutigen Tag erkennt Serbien den unabhängigen Staat Kosovo nicht an, weil dort die alten serbischen Kirchen und Klöster stehen.


UND HIER? Seit Beginn der Besatzung dienen die „Heiligen Stätten“ in der Westbank als Waffen in den Händen der Siedler. Sie gehen dorthin, um die jüdische Herrschaft über die Heiligen Orte des Judentums wieder herzustellen, um Gottes Geboten zu gehorchen, sagen sie.

Die Geschichten der Bibel spielen sich meistens in diesen Gebieten ab. Die Siedler und die israelische Armee nennen sie „Judäa und Samaria“. Ortsnamen sind Akte der Annexion. Sie bestätigen den Besitz des jüdischen Volkes aus alten Zeiten ( In den 50ern hat der britische Historiker Steven Runciman, ein führender Experte der Kreuzzüge, meine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, dass die Namen irgendwie verdreht worden sind: Die Israelis leben im Land der Philister – von dem der Name Palästina abgeleitet ist - während die Palästinenser in dem Land leben, das das alte Königreich Israels war.

Die erste Siedlung wurde von einer Gruppe religiöser Leute gegründet, die mittels einer Täuschung nach Hebron gingen. Da der israelische Militärgouverneur Juden verboten hatte, die Stadt zu betreten, baten sie um Erlaubnis, dort ein paar Tage zu bleiben, um ihre Pessachgebete in der heiligen Stadt zu verrichten.

Seitdem ist die „Höhle von Machpela“ in Hebron zu einem heiligen Schlachtfeld geworden. Nahebei haben sich die extremsten jüdischen Siedler eingerichtet. Sie sind fanatische Araberhasser, und sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die 160 000 Araber, deren Familien seit Generationen dort leben, zu vertreiben. Der verrufenste Massenmörder unter den Siedlern, der Arzt Baruch Goldstein, massakrierte 29 betende Muslime in der Ibrahims-Moschee, um die Heilige Stätte zu „reinigen“.

Heilige Stätten dienen nun als Rechtfertigung für die Raubexpeditionen, die man Siedlungen nennt. Landstücke werden überall in den besetzten Gebieten gestohlen – wegen ihrer Heiligkeit. Die extremsten Siedlerführer, die alle „Rabbiner“ sind, kämpfen für die Befreiung der Gräber. Einer von ihnen führt einen Kreuzzug an (oder eher einen Davidssternzug), um „das Josephsgrab“ mitten in Nablus in Besitz zu nehmen. Das würde Nablus in ein zweites Hebron verwandeln. Die israelische Armee befördert die Siedler in gepanzerten Fahrzeugen dorthin, damit sie dort „beten“ können.

Aber nicht nur „Vorväter der Nation“ verdienen heilige Gräber, auf denen Blut vergossen werden kann. Jede zweite Gestalt in der Bibel kann eines bekommen und so ein Ziel für Siedler werden. Im Augenblick wütet eine Schlacht um das „Grab von Othniel“, der den Namen Othniel, Sohn von Kenaz trägt, eine vage biblische Gestalt. Die muslimischen Bewohner von Hebron glauben, dass es das Grab des Gründers ihrer Stadt sei.

Vor wenigen Tagen fielen Siedler in eine alte Synagoge in Jericho ein, die von Muslimen seit Generationen bewahrt worden war. Juden hatten kein Problem, friedlich dorthin zu gehen – die Stadtverwaltung Jerichos, ein Teil der palästinensischen Behörde, hat alle Juden dort zum Gebet hingelassen. Aber die Siedler wollten nicht zum Beten kommen. Sie wollten erobern.

Das erinnert mich an eine andere Prophezeihung von Yeshayahu Leibowitz über Jericho. Die Siedler würden auch das Grab von Rahab, der Hure, in Jericho heiligen. Diese Heldin der Bibel (Josua 2), die Hure, die ihre Stadt betrog und den Eindringlingen half, sie zu erobern, und die dann alle Bewohner umbrachten, verdient sicherlich die Verehrung der Siedler.


ES IST nicht nötig, darauf hinzuweisen, dass die Verehrung dieser heiligen Stätten offenkundig absurd ist. Es gibt kein einziges Grab im Land, das ernsthaft mit einer biblischen Gestalt - real oder eingebildet - in Verbindung gebracht werden kann. Die meisten heiligen Gräber gehören lokalen arabischen Scheichs, von denen wegen ihrer Rechtschaffenheit angenommen wird, dass sie in der Lage seien, Vermittler zu Allah zu sein. Die Örtlichkeit der meisten Heiligen Stätten – einschließlich des christlichen „Heiligen Grabes“ ist sehr zweifelhaft - vorsichtig ausgedrückt.

Das stimmt auch für die beiden Orte, wo in letzter Zeit blutige Aufstände ausgebrochen sind: Das Rachelgrab in Bethlehem und die Höhle von Machpela in Hebron.

Dies ist nicht der Ort zu fragen, ob „unsere Mutter Rachel“, eine der attraktivsten Bibelgestalten, in das Reich der Legende oder der Geschichte gehört. Aber sogar nach der Legende wurde sie nicht an der Stelle beerdigt, die ihren Namen trägt. Viele der Bibelexperten (von denen, die glauben, dass sie wirklich existierte) denken, dass sie nördlich und nicht südlich von Jerusalem begraben wurde. Es ist muslimische Tradition, die ihr Grab in den isolierten, bescheidenen Bau setzte, der auf Briefmarken Palästinas in der britischen Mandatszeit erschien. Viele Generationen muslimischer, jüdischer und christlicher Frauen haben dort gebetet und baten Rachel darum, sie mit Kindern zu segnen. Dieser Kuppelbau kann nicht mehr gesehen werden: die Armee hat ihn mit einem Festungswall und Toren umgeben, so dass er jetzt bedrohlich aussieht, eine hässliche Kopie einer Kreuzfahrerburg.

Das Gebäude in Hebron, bekannt als Machpela-Höhle – tatsächlich aber gar keine Höhle – ist auch von der Muslimtradition bewahrt worden, die es Ibrahims-Moschee nennt. Viele der Bibelexperten, die die Geschichte von Abraham nicht als Legende abtun, glauben, dass die Höhle an einer anderen Stelle liegt. Aber an dieser Stelle ist viel Blut vergossen worden.

In dieser Woche fanden an beiden „Heiligen Stätten“ Zusammenstöße statt. Sie waren durch Netanyahus Entscheidung verursacht worden, sie auf eine Liste von Stätten jüdischen „Kulturerbes “ zu setzen, die von der israelischen Regierung saniert werden sollen. Da aber beide auch für Muslime, Juden und Christen heilig sind, ist dieser einseitige Akt nichts anderes als eine Enteignung und eine offensichtliche Provokation. Falls wirklich der Wunsch bestehen sollte, diese Stätte zu renovieren, dann hätte dies in einem gemeinsamen Komitee der Vertreter beider Völker und aller drei Religionen erreicht werden können.

Vor Jahren wurde ich von dem inzwischen verstorbenen Bürgermeister von Florenz Giorgo la Pira eingeladen, am gemeinsamen Gebet eines katholischen Priesters, eines muslimischen Scheichs und eines jüdischen Rabbiners in der Machpela-Höhle teilzunehmen. Obwohl ich ein eingeschworener Atheist bin, ging ich hin. Damals ging mir durch den Kopf, dass solch eine Stätte sehr wohl als Symbol der Bruderschaft für beide Völker des Landes dienen könnte.

Gemeinsame Liebe für das Land, einschließlich all seiner Perioden und Stätten - heilig oder nicht - könnten als spirituelle Basis für Frieden und Versöhnung dienen. Sogar jetzt hoffe ich, dass der Tag kommt, an dem die Schulkinder beider Staaten, Israel und Palästina, die Annalen dieses Landes in all seinen Perioden kennen lernen werden und nicht nur die jüdische Geschichte hier und die muslimisch-arabische Geschichte dort: der wunderbare Reichtum der Geschichte dieses Landes von der Zeit der Kanaaniter bis zum heutigen Tag könnte ein starkes Band knüpfen.

Doch die Absichten Netanyahus und seiner Siedler sind genau das Gegenteil: die Geschichte in ein Instrument der Besatzung zu verwandeln und das Grab der Hure mit Siedlungen zu umgeben.


(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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Saison fürs Radfahren?

07.03.2010

"Nach der kalten Winterzeit kündigen sich nun in Österreich die ersten wärmeren Tage an. Damit beginnt für viele die Radfahrsaison" schreibt dder VCÖ.

Was macht die Österreicherin oder der Österreicher in der kalten Winterzeit, wenn sie nicht radfahren, könnte man sich fragen. Die Antwort ist: sie begeben sich in noch viel kältere Höhen um dort Schi zu fahren. Wenn sie allerdings mir auf meinem Fahrrad begegnen, bekomme ich oft die Frage zu hören, ob mir nicht zu kalt sei. Ist doch logisch, nicht?

Vielleicht kann der VCÖ einmal darüber nachdenken, wie man den Österreichern plausibel macht, dass Radfahren im Winter keinesfalls kälter als Schifahren, Rodeln oder Langlaufen ist. Zugegeben, die Radwege sind bei Schnee nicht geräumt und am Rand der Fahrbahnen bilden sich Eishügel. Aber man kann sich ja auch die gut geplegte Fahrbahn mit den Kfz teilen. Oder vielleicht kann der VCÖ auch für das Freischieben der Radwege noch eine Lanze brechen.

Ja, und dann ist es auch noch gefährlich auf den rutschigen Fahrbahnen, das darf man natürlich nicht vergessen. Jeder Autofahrer kennt zumindest vom Hörensagen Winterreifen. Ja, richtig, auch für das Fahrrad gibt es Reifen, die im Schnee besseren Halt bieten als andere. Da lasst sich einiges machen. Auch dieses Wissen ließe sich verbreiten.


Antwort des VCÖ:
Ich glaube, dass viele Menschen Radfahren als Freizeit/Hobby/Sport begreifen und das übt man dann eben im Sommer aus und im Winter ist es der Wintersport. Wer das Fahrrad einmal als alltägliches Fortbewegungsmittel begriffen hat, wird es vermehrt auch im Winter verwenden (außer im Schneeregen, den habe ich ganz böse in Erinnerung).

In Wien werden von meiner Beobachtung her die Ganzjahr-Radfahrenden immer mehr. Der VCÖ macht auch in Presseaussendungen von Fall zu Fall im Winter was zum Radfahren. Da wir uns neben dem Radfahren auch mit allen anderen Verkehrsthemen beschäftigen, machen wir Radfahren eben dann, wenn es die höchste Aufmerksamkeit dafür gibt. Das ist eben zumeist Frühlingsbeginn.

Und die ganzjährig Radfahrenden halten wir natürlich in höchsten Ehren ;-)

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Spin und die israelische Regierung

26.02.2010

Seit dem brutalen Angriff auf den Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/9 hat Israel mit einer zunehmenden Isolation zu kämpfen. Auch ehemals Israel wohlwollende Menschen können nicht übersehen, dass ein solcher Angriff auf eine vollständig wehrlose Bevölkerung und der Tod von unzähligen Zivilisten und Polizisten, die Israel großzügig als Hamaskämpfer bezeichnet hat, nicht mit dem Wunsch Israels nach größerer Sicherheit vor terroristischen Angriffen begründet weren kann. Eine riesen Militärmacht hat eine wehrlose Bevölkerung zerquetscht. Das ist auch für Israelfreunde nur mehr schwer als Notwehr oder Verteidigung zu beschreiben.

Zusätzlich hat dieser brutale Angriff die Aufmerksamkeit der Weltbevölkerung auf die Blockade des Gazastreifens durch Israel gelenkt. Auch Menschen, die vorher einfach reflexartig Israel als gut und die Hamas in Gaza als terroristische Organisation beschrieben hätten, konnten plötzlich nicht mehr übersehen, dass die Bevölkerung von Gaza seit mehreren Jahren kaum mehr Strom oder Wasser hat, mangels Medikamenten keine ausreichende medizinische Versorgung erhält und einfach schlicht hungert. Ihre Aufmerksamkeit wurde auf den Umstand gelenkt, dass zwar einerseits aus dem Gazastreifen, von wem auch immer, mehr oder weniger regelmäßig Raketen über den Zaun nach Sderot abgefeuert werden, dass aber andererseits der Gazastreifen ständig unter Beschuß von israelischen Wachtürmen, Flugzeugen, Helikoptern, Panzern und Schnellbooten ist. Während in Sderot auf der Straße ab und zu ein Alteisenrohr landet werden in Gaza am Strand ganze Familien ausgelöscht, Fischer verstümmelt, Bauern mit scharfer Munition von ihren Feldern getrieben.

Plötzlich wurde in den Medien nicht mehr vom armen Israel geschrieben, das, von palästinensischen Terroristen umzingelt, sich als eifrige Demokratie westlicher Werte dieser Bedrohung kaum erwehren kann. Es kamen Berichte von Soldaten mit Aufdrucken von schwangeren Frauen auf T-Shirts mit der Aufschrift: triff einmal, töte zwei, die das im Gaza auch tatsächlich umgesetzt hatten. Es wurde von Soldaten berichtet, die vor dem Raketenbeschuß ihrer Häuser mit weißen Fahnen fliehende Frauen und Kinder kaltblütig erschossen hatten.

Die ersten solchen Berichte kamen von Armeeangehörigen selbst, dann von Menschenrechtsorganisationen aus Israel und Gaza und wurden von Israel als unwahr abgetan. Darauf kam die Untersuchung durch die UNO und deren Beauftragten, den jüdischen Richter aus Südafrika, Richard Goldstone. Israel versuchte, diesen Bericht zu blockieren. Das alles konnte nicht helfen, Israel wieder in ein gutes Licht zu rücken.

Nachdem die Meldungen nicht abreißen wollen und die Wahrnehmung von Israel im Ausland immer mehr seinem tatsächlichen Verhalten entspricht, stellt nun Israel fest, dass es ein Problem habe, nein nicht mit seinem Verhalten den palästinensischen Nachbarn und der eigenen arabischen Bevölkerung gegenüber, sondern ein Imageproblem in Europa und den USA. Israel beschließt demnach, sein Image aufzubessern und wirbt dafür alle Israelis, die ins Ausland reisen, auf einer etwas komischen Webseite (www.masbirim.gov.il) zur Mitarbeit an.

Wir können nur hoffen, für die Palästinenser in erster Linie, aber auch für Israel und letztlich die Welt, deren Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird, dass die israelische Regierung bald erkennt, wo ihr tatsächliches Problem liegt. Israel wird in Europa und den USA keineswegs als etwas rückständiges Land von Kameltreibern und ängstlichen Menschen, die sich vor einem Feuerwerk fürchten, wahrgenommen. Es ist uns bewußt, dass Israel eine äusserst mächtige und rücksichtlos agierende Armee hat, sowie einen Geheimdienst, der Menschen ohne gerichtliches Urteil gegen jedes Recht überall auf der Welt ermordet, und illegal Atomwaffen in zwar nicht genau bekannter aber doch beträchtlicher Zahl besitzt. Es ist uns klar, dass Israel für alle eine Gefahr darstellt, die nicht unterschätzt werden darf, zumal es sich immer stärker in die Enge der internationalen Ächtung getrieben sieht und dadurch unberechenbar wird.

Andererseits sollte Israel wissen, dass wir seiner Bevölkerung nicht automatisch anlasten, was ihre Regierung verbricht, dass wir ein friedliches Auskommen suchen und sicher zu guten Beziehungen bereit sind, wenn nur die Regierung des Landes mit seinen Nachbarn und vor allem den Palästinensern Frieden schließt und sich an das Internationale Recht und die Menschenrechte hält.

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Aufruf zum Militärdienst durch einen Zivildiener

31.12.2009

"Gerade in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit mache ich allen interessierten jungen Menschen das Angebot, sich in den Dienst der österreichischen Bevölkerung zu stellen. Es warten verantwortungsvolle und spannende Aufgaben", sagte unser Verteidigungsminister Norbert Darabos (hier http://www.orf.at/ticker/352903.html), ein ehemaliger Zivildiener.

Herr Darabos, als Sie sich 1987 für den Zivildienst entschieden, mussten Sie noch einer Kommission Gewissensgründe für Ihre Ablehnung des Militärdienstes bzw. der Benützung von Waffen glaubhaft darlegen. Sie haben entweder grundlegend neue Werte gefunden, oder Ihr Hauptwert bestand schon damals darin, irgend etwas zu behaupten, um Ihnen Unangenehmes zu vermeiden.

Werte grundlegend ändern oder leichtfertig aber überzeugend lügen sind freilich Eigenschaften, die bei Politikern heute nicht selten sind. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieviel Freude es uns, der österreichischen Bevölkerung und Ihrem Auftraggeber, bereitet, solche Menschen in Regierungspositionen zu sehen. Gar keine, kann ich Ihnen verraten! Sie vertreten uns auch schlecht, bis gar nicht. Sie vertreten Interessen ganz Anderer als der allgemeinen österreichischen Bevölkerung. Wir wissen das, aber wir können dank dem derzeitigen politischen System nicht viel daran ändern. Die Auswahl derer, die uns zur Wahl gestellt werden ist leider sehr ähnlich.

Herr Darabos, ich bin persönlich gegen Waffengewalt, obwohl oder vielleicht weil ich meinen Präsenzdienst beim Bundesheer abgeleistet habe. Ich bin gegen Gewalt überhaupt. Nun sind aber Aufrufe wie der Ihre, Herr Darabos, typisch für Zeiten der Gewalteskalation. Wenn es den Menschen so schlecht geht, dass ein Ausweg das Söldnertum zu sein scheint, dann haben bald viele nicht mehr viel zu verlieren. Wenn die Menschen aber nicht mehr viel verlieren können, sind sie leicht in den Krieg zu schicken oder sie rufen selbst zum Aufstand und zur Gewalt. Deshalb ist Ihr Ausspruch oben äusserst besorgniserregend. Ich wünschte, er wäre nicht gemacht worden.

Jetzt aber ist es wohl für uns alle Zeit, aufzuwachen und unser Land anders zu regieren. Das Teilen aller, auch jener die unverschämt viel besitzen, muß wieder zu einer Tugend werden. Wir brauchen wieder eine Politik die nach sozialer Ausgewogenheit und nach sozialen Diensten für alle trachtet, nicht nach Privatisierung und also Kapitalanhäufung in wenigen Taschen auf Kosten der Allgemeinheit. Hoffentlich gelingt uns diese Wende bevor es zu Gewaltausschreitungen kommt.

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Antwort von "Jewish Voice for Peace"

28.02.2009

"Jewish Voice for Peace" unterstützt die israelischen Wehrdienstverweigerer gegen den Staat und hat eine Briefkampagne gestartet die auf der Webseite der Wehrdienstverweigerer http://december18th.org/ unter "Spread the Word zu finden ist.


Dear Martin,

Thank you for taking the time to send a letter to Israel's Minister of Defense, Ehud Barak, about the Shministim. The Shministim are confident that tens of thousands of letters demanding their release will make a real difference.

We've generated 40,000 letters so far! The day of the action in Tel Aviv has happened, and it was featured on all three major news sites in Israel while generating news around the world. It's impossible to convey the full scope of the impact this campaign has had in just a few weeks.

We even sent teams to Israeli consulates in major cities in the United States, though in one case, they refused to even accept our letter!

Far from being the end, December 18th marks the beginning. As long as there are Shministim in jail, we will need your letters of protest.

It has been a wonderful experience for us at Jewish Voice for Peace to work with the Shministim. They are real-life heroes, strengthened in their resolve to stand up against overwhelming pressure and all too aware that their counterparts in the Occupied Territories must endure far worse on a daily basis.

Please continue to tell your friends and family about http://www.December18th.org. You can put the web address in your email signature, post a web badge on your blog, tell your Facebook friends, put a poster on your door and more. Go to http://december18th.org/do-more/ for ideas.

Let the world know that for the sake of both Israelis and Palestinians, Israel's occupation must end, and that a new generation of young people is willing to go to jail to stand up and say NO.

On behalf of the countless people and groups working to free the Shministim,

Cecilie Surasky
Jewish Voice for Peace

PS Join JVP's Facebook group: http://www.facebook.com/group.php?gid=25987424652&ref=ts

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Unterstützung der Shministim

28.02.2009

I support the Shministim and their right to peacefully object to military service. I call for the release of those teenagers who have been jailed for their principled refusal to serve in an army which occupies the Palestinian Territories. The imprisonment of these conscientious objectors is a violation of their human rights and contrary to International Law.

I am inspired by these caring students and their counterparts in Palestine, whose nonviolent resistance to the Occupation points the way to a just peace and security for all people in the region. I urge you to heed them, and not punish them.

Israel will have to consider what to do with all the young women and man returning form the occupied territories, where life of Palestiniens has no value, and violence against people is rampant. How will they reintegrate a caring life and help build a healthy society? It may well turn out that the Shministiem, considered unsocial today, become the best hope for the future.

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Der Balken im eigenen Auge

03.02.2009

Sie verbreiten Ihr Wertesystem nötigenfalls mit erbarmungsloser Gewalt. Sie zwingen andere, ihnen Ressourcen zu überlassen und töten sie rücksichtslos, wenn sie es nicht freiwillig tun. Wehe, wenn sie angegriffen. Dann üben sie Rache nach vor-hamurabischem Muster. Nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn lassen sie gelten. Nein, für jeden Toten morden sie eine Familie, zerstören wenn möglich eine ganze Stadt. In ihrem Streben nach Reichtum und Macht nehmen sie Rücksicht auf niemanden. Ihr Wertesystem verpflichtet sie dazu, bedenkenlos für privaten Gewinn die Gesundheit aller zu gefährden. Es ist ihnen gleichgültig, dass sie das Weltklima nachhaltig stören. Sie nehmen das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier in Kauf. Ihr erklärtes Ziel ist es, alle anderen zu unterwerfen, niemanden neben sich zu dulden. Sie sind bereit, dieses Ziel mit Waffen zu verfolgen, die längst dazu geeignet sind, alles Leben auf der Erde mit einem Schlag auszulöschen.

Die Rede ist von Religionslehrern, unter denen ein großer Anteil die Demokratie (21,9 %) und Wahlen (13 %) und den Rechtsstaat (32,7 %) ablehnen, die ihre Religion mit Gewalt verbreiten wollen (8,5 %)?

Nein, nein, es handelt sich um die demokratischsten Rechtsstaaten, um uns!

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Der ORF zu Gaza

14.01.2009

Die Formulierungen von ORF Online zu Gaza muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.

Warum fordert Israel Garantien für ein Ende des Schmuggels?
Israel will zum einen verhindern, dass die militanten Palästinenser Nachschub an Waffen bekommen und irgendwann wieder Raketen auf Israel abfeuern. Israel befürchtet nach den Worten eines hochrangigen Militärs, dass Militante mit Hilfe von eingeschmuggeltem Raketentreibstoff sowie mit Raketenteilen eigene Raketen mit noch größerer Reichweite entwickeln.

Diese Raketen würden dann mehr als bisher 900.000 Israelis gefährden und möglicherweise auch die 70 Kilometer nördlich gelegene Metropole Tel Aviv treffen können.


Ist doch verständlich, nicht wahr? Und wenn die militanten Palestinenser noch besser werden im Raketenbasteln, wer weiß was sie dann alles treffen können. Womöglich sind dann Millionen gefährdet, vielleicht sogar Wien!

Dass Israel den Gasastreifen seit eineinhalb Jahren buchstäblich aushungert durch eine Belagerung, zu deren Teilnahme es offiziell auch Ägypten gewonnen hat, dass Israel selbst auf Fischerboote, die in den Gasa von Israel genehmigten Fischereigewässern fischen, mit schafer Munition und Wasserwerfern schießt und die Fischer im offenen Meer immer wieder festnimmt; dass Israels Marine eine britische Motoryacht auf hoher See in internationalen Gewässern rammt, weil sie angemeldeterweise dringend benötigte Medikamente in den Gasastreifen bringen will, nein, das erwähnt der ORF nicht - was hätte das auch mit dem Schmuggel über die Grenze und den vielen Tunneln zu tun.

Wir haben alle deutlich das Photo gesehen, in dem ein berüchtigter Hamaskämpfer ein lebendes Schaf durch so einen Tunnel nach Gasa schmuggelt. Stellen sie sich die Bedrohung für Israel vor, wenn die Hamaskämpfer erst gelernt haben, aus so einem Schaf eine Rakete zu basteln. Es ist nicht auszudenken?

Dass Israel selbst den Gasastreifen mit zum Teil geächteten Waffen aus den USA ständig beschießt und auch tatsächlich Menschen tötet, das erwähnt der ORF nicht. Dass die Hamas den letzten Waffenstillstand peinlichst eingehalten hat, bis er von Israel durch Töten von sechs Palästinensern gebrochen wurde, und dies obwohl Israel seiner Verpflichtung - die Grenzen zu öffnen - nicht einmal im Ansatz nachgekommen ist; dass die Hamas eine Verlängerung dieses Waffenstillstandes um 10 Jahre angeboten hatte, und ihrerseits in Gasa offensichtlich auch durchsetzen hätte können, gegen die Öffnung der Grenzen durch Israel, das alles ist dem ORF kein Wort wert.

Nein, die Bösen sind die Hamas und die israelische Armee sind die Guten, deshalb müssen letztere sich immer verteidigen, während erstere immer völlig grundlos Raketen schießen. So einfach ist das für den ORF.

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Rede von Paula Abrams-Hourani

31.12.2008

Rede von Paula Abrams-Hourani, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (Österreich) bei der Israelischen Botschaft,

Mahnwache 30.12.2008, 10:00 Uhr

Wir stehen hier in Solidarität mit dem palästinensischen Volk, speziell mit den in Gaza lebenden Menschen, welche unter einem unvorstellbaren Staatsterror leiden, der von Israel ausgeht. Israel, der viertgrößten Militärmacht, einer Nuklearmacht, das behauptet in Selbstverteidigung handeln zu müssen. Selbstverteidigung gegenüber den Palästinensern, die schutzlos in einem Gefängnis unter freiem Himmel eingeschlossen sind, einem Ghetto umschlossen von Hochsicherheit Crossing Points und Mauern, wo es kein Entrinnen gibt, Palästinenser, die von dieser hochgerüsteten Militärmacht Israel abhängig sind, ob Wasser, Elektrizität, Lebensmittel, Medikamente in dieses Ghetto "Gaza" hineingelassen werden. Das nennt Israel Selbstverteidigung. Mit diesem Wort verhöhnt es nicht nur die Weltgemeinschaft sondern auch die eigene Bevölkerung, um die andauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu rechtfertigen bzw. zu vertuschen.

Wir protestieren gegen die brutale Belagerung und die inhumane Blockade des Gazastreifens, gegen die Tötungen, Verhaftungen, Massaker, Zerstörungen und barbarischen Aktionen der regionalen Supermacht Israel. Wir protestieren gegen die täglich stattfindenden Kriegsverbrechen an Palästinensern in allen besetzten palästinensischen Territorien -- ganz speziell im Gazastreifen.

Wir sind entsetzt, dass unschuldige Kinder, unbewaffnete Menschen, Schulen, Krankenhäuser, Moscheen, Universitäten und Ambulanzen angegriffen werden. Das sind niederträchtige Gemeinheiten und Verbrechen, die kaum zu fassen sind und die uns alle, die hier stehen und auch anderswo schockiert. Und diese Unmenschlichkeit und dieser Staatsterror findet im 21. Jahrhundert statt, ausgeführt von einem Staat, der sich demokratisch nennt. Ein Staat, der die Universale Deklaration der Menschenrechte ignoriert.

Israel wurde von den Vereinten Nationen gegründet und hat seither alle Resolutionen dieser Organisation ignoriert. Es ist ein Staat, der internationale Gesetze verletzt und jede Art von Anstand und Humanität verloren hat. Dieser Staat handelt in solch arroganter Art und Weise, nur weil er die uneingeschränkte Unterstützung der Supermacht USA hat. Mit dieser Politik agiert die israelische Führung aber nicht nur gegen die Palästinenser sondern auch gegen die Interessen und die Zukunft ihres eigenen Volkes.

Deshalb erklärt die Jüdische Stimme für einen Gerechten Frieden:

NICHT IN UNSEREM NAMEN !

Wir wehren uns gegen den Rassismus, der in der Gesellschaft Israels seit Anbeginn herrscht. Die Gründung des Staates Israel erfolgte durch ethnische Säuberung und Terror. Seither wurden diese gewalttätigen Aktionen gegen seine Nachbarn und jene, die unter seiner militärischen Okkupation leben, fortgesetzt.

Daran sollte Israel endlich mit wirkungsvollen Taten und nicht mit leeren Worten gestoppt werden.

Mehr und mehr Menschen in der Welt -- auch Juden in Israel und die, die in anderen Ländern leben -- sind der Meinung, dass Israel Sanktionen und Boykotte verdient anstatt der jahrelangen privilegierten Behandlung durch die Weltgemeinschaft. Die kriminellen Angriffe auf Gaza haben dieses Problem erneut auf die Agenda aller Friedliebenden und Menschenrechts-Aktivisten gebracht.

Die "Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden" lehnt auf das Schärfste die missbräuchliche Verwendung des Vorwurfes "Antisemitismus" ab, wodurch jedwede legitime Kritik an der Politik und an den Kriegsverbrechen des Staates Israel unterbunden werden soll. Eine solche Diffamierung missbraucht den Begriff und vermag eher Angst vor Antisemitismus zu schüren als ihn einzudämmen.

Immer weitere Kreise in der Welt verlangen eine sofortige Beendigung der israelischen Aggressions-Politik. Es muss ein Umfeld für einen gerechten Frieden im Mittleren Osten geschaffen werden. Es soll endlich Verhandlungen geben, wo Israelis und Palästinenser vollkommen gleichberechtigt sind. Es soll ein Ende der doppelten Massstäbe für Israelis und Palästinenser geben.

Wenn das nicht bald geschieht, wird der Frieden in der Welt sehr gefährdet sein. Israel bedeutet eine echte Gefahr für den Weltfrieden and das betrifft uns alle.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft, die Europäische Union und die Vereinten Nationen daher auf, dieses Problem sehr ernst zu nehmen.

Israel muss erkennen, dass seine aggressive Politik zunehmend Gegner findet. Das wird diese Woche durch die große Anzahl von Kundgebungen weltweit demonstriert, der auch wir, Frauen in Schwarz (Wien), Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost und viele Menschen, die hier mit uns heute stehen, angeschlossen sind.

-- Mit freundlichen Gruessen, "Juedische Stimme fuer gerechten Frieden in Nahost (Oesterreich)"

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GAZA - Österreich schweigt zur Belagerung durch Israel

19.12.2008

Das email unten ging in Kopie auch an Bundespräsident Heinz Fischer, Johannes Voggenhuber und Eva Lichtenberger


Sehr geehrte Frau Lunacek,

Danke für Ihr Schreiben. Ich freue mich einerseits, dass Sie mir antworten, andererseits kann ich mich über Ihre Antwort nicht freuen. Richtig, ich habe mich wegen der Lage in Gaza mehrfach an Sie und auch andere Politiker in Österreich gewandt. Aus gutem Grund, die Lage der Bevölkerung dort ist immer verzweifelter. Nun ist mir bewusst, dass es Österreich nicht ganz leicht hat, eine bedeutende Rolle im Schutz der Bevölkerung von Gaza zu spielen. Ausgeschlossen ist es aber nicht. Und ich möchte auch nicht, dass es nachher, wenn in Gaza eine Katastrophe passiert ist, wieder einmal heißt, dass es keiner gewußt hat. Diese Möglichkeit würde ich den österreichischen Politikern, Ihnen, meiner Vertreterin, nicht gerne lassen.

Zu Ihrem Schreiben unten: Ich weiß, im Zusammenhang mit Israel muß jeder bei Kritik sehr vorsichtig sein. Der UNO-Gesandte für Menschenrechte in Palästina wurde trotz internationalem Mandat, also einem auch für Israel bindenden Auftrag, am Flughafen von Tel Aviv festgenommen und gleich wieder retourgeschickt, weil er im Vorfeld die Übergriffe der israelischen Armee gegen die palästinensische Bevölkerung scharf kritisiert hatte. Dabei hatte er die gleichen Worte verwendet (Apartheidpolitik, Vorgangsweise ähnlich jener der Nationalsozialisten) wie andere prominente und über jeden Verdacht erhabene Menschenrechtskämpfer, zum Beispiel Bischof Desmond Tutu, Miguel D'Escoto Brockmann oder Jimmy Carter. Als eine solche Vorsichtsmaßnahme will ich auch Ihren Hinweis auf die Raketen verstehen, anders wäre er nämlich inakzeptabel.

Nur, im Gazastreifen sind Vorsicht und Glacéhandschuhe gegenüber der israelischen Regierung nicht mehr angebracht. Dort besteht Gefahr im Verzug. Die Bevölkerung hat kaum mehr Lebensmittel und Medikamente und watet stellenweise buchstäblich in ihrem Abwasser, wie Sie den Berichten von UNRWA und anderen offiziellen Stellen problemlos entnehmen können. Derzeit hat es in Gaza in der Nacht gerade einmal einige Grad über Null und es gibt kein Heizmaterial. Es kann jederzeit eine Seuche ausbrechen, gegen die die Bevölkerung kaum noch Widerstandskraft haben wird.

Deshalb sind Ihre Hinweise auf die verfahrene politische Situation oder der Mangel an Verhandlungsbereitschaft auf israelischer und palästinensischer Seite nicht angebracht. Hier geht es darum, Druck auf Israel zu machen, die humanitär inakzeptable und illegale Vorgangsweise Israels mit möglicherweise katastrophalen Folgen sofort einzustellen. Dazu braucht es weder Verhandlungen noch einen Friedensvertrag, sondern nur ein Einlenken auf israelischer Seite auf Grund eines ausreichenden internationalen Drucks. Wie können wir erwarten, dass die Palästinenser in ihrem Widerstand freidlich bleiben, wenn wir zulassen, dass Israel die gesamte, wohl gemerkt friedliche, Bevölkerung aushungert?

Ich hatte deshalb in meinen vorangegangenen Emails nach den konkreten Massnahmen gefragt, die Österreich setzt und keine befriedigende Antwort bekommen. Auch Ihr Email beschreibt lediglich die schwierige politische Lage und stellt in Aussicht, dass Sie Herrn Aussenminister Spindelegger irgendwann darauf ansprechen.

Herr Fischer ist derzeit oder war gerade in Israel, um dort ein Ehrendoktorat zu empfangen. War er auch in Gaza? Hat er in ausreichender Schärfe die Vorgangsweise der israeilischen Armee gegen die Bevölkerung in Gaza verurteilt? Wo bleibt der öffentliche Aufschrei gegen die illegale und unmenschliche Belagerung einer Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen? Aber hier sind auch die schärfsten Worte zuwenig.

Bei jeder Naturkatastrophe, die die Gesundheit oder Ernährung einer Bevölkerung ähnlich gefährdet, wie das die Bevölkerung von Gaza derzeit erlebt, wird ein Nothilfeprogramm gestartet und Österreich beteiligt sich daran. Wo bleiben die Hilfslieferungen Österreichs nach Gaza und der Druck auf Israel, diese Gaben von Österreich gefälligst auch zu den Empfängern durchzulassen? Wie schon in einem früheren Email vorgeschlagen, wäre den Leuten in Gaza mit Trockentoiletten wahrscheinlich sehr geholfen. Warum sind nicht schon längst tausende Trockentoiletten und eine Hilfsmannschaft, die die Bewohner von Gaza in deren Benützung unterweist, dorthin unterwegs?

Derzeit versuchen private Organisationen, Hilflieferungen per Schiff zu schicken. Zum Aid sind die Kinder leer ausgegangen, weil ein Schiff mit Hilfsgütern der arabischen Bevölkerung Israels inklusive zwei Knessetabgeordneten von der Regierung in Jaffa festgehalten wurde. Stellen Sie sich vor, zu Weihnachten gibt es in ganz Wien keine Geschenke und auch kaum etwas zu essen. Und das passiert ausgerechnet in Palästina, wo Weihnachten seinen Ursprung hat. Wie können Sie in Ruhe feiern?

Ich hoffe, ich höre bald von konkreten Taten der österreichischen, meiner, Regierung.

Mit besten Grüßen,
Martin Regelsberger

PS: Nur um klarzustellen, dass ich nicht nur schreibe - ich bereite derzeit mit palästinensischen Partnern ein Projekt zur Abwasserentsorgung im Westjordanland vor. In Gaza sehe ich selbst keine Möglichkeit, ohne direkten politischen Druck auf Israel zu arbeiten.


Frau Lunacek schrieb:

Sehr geehrter Herr Regelsberger,

Sie haben uns zum Thema Gaza ja bereits im Jänner 2008 kontaktiert. In der Zwischenzeit hat sich die Lage im Gaza-Streifen nach der neuerlich am 4. November verhängten Blockade leider nicht verbessert.

Auch wenn wir Verständnis dafür haben, dass die ständigen Raketenbeschüsse aus dem Gaza-Streifen gestoppt werden müssen, halten wie die kollektive Bestrafung der gesamten Bevölkerung in Gaza nicht als das geeignete Mittel dafür. Abgesehen von den gravierenden negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung, führen solche Maßnahmen zu einer weiteren Aufheizung des Nahostkonflikts. Eine Lösung des Konflikts kann nur eine politische sein. Eine solche politische Lösung, etwa im Rahmen des Annapolis-Prozesses, scheint derzeit aber in weiter Ferne - zumindest bis nach den Wahlen in Israel auf der einen und einer gespaltenen palästinensischen Führung auf der anderen Seite sehen wir keine starken, ernsthaft an einem Friedensvertrag interessierten VerhandlungspartnerInnen.

Wir werden daher den neuen Außenminister Michael Spindelegger auf die prekäre Lage im Gazastreifen ansprechen. Immerhin ist im Regierungsprogramm ein, wenn auch nur sehr unverbindlich gehaltener Satz zum Nahostkonflikt enthalten: "Österreichs Außenpolitik wird sich weiterhin mit Nachdruck für eine Friedenslösung im Nahen Osten einsetzen."

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Lunacek

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Terrorismus

14.12.2008

In einem Artikel von Alternet über Georgien (1) steht der denkwürdige Satz: "The [US-American, Anmerkung] military advisers were dispatched to Georgia ostensibly to train that country's forces to fight local Al Qaeda cells, which everyone knew didn't exist." Zu Deutsch: "Die Militärberater waren angeblich nach Georgien geschickt worden um dort Truppen für den Kampf gegen die lokale Al Qaida zu trainieren, von der jeder wusste, dass es sie gar nicht gibt".

Diesen Satz muss man sich gut merken. Das Training begann im Jahr 2002 und damals hat niemand behauptet, diese Al Qaida wäre inexistent. Heute "wissen das alle". Tatsächlich hat sich kürzlich herausgestellt, dass die Truppen für einen Angriff auf Südossetien und somit russische Interessen, trainiert wurden.

Die Lehre daraus ist wohl, dass man jedesmal, wenn Al-Qaida, oder Terrororganisationen ganz allgemein, erwähnt werden, solche Informationen mit äusserster Skepsis aufnehmen muss. Tut man das, wird man regelmäßig nach Beweisen gefragt. Diese Frage ist dann aber an die falsche Person gestellt, wenn sie an den Zweifler gerichtet ist. Jene, die von Terroristen sprechen, tun das nämlich ohne jeden Beweis. Ihr einziger Beweis ist ein Werk der Zerstörung oder Tote, und eventuell ein Anruf von einer kaum jemandem, oder auch notorisch bekannten "Terrororganisation".

Andererseits gibt es genug Beweise, dass solche Behauptungen sich im Nachhinein oft als falsch erwiesen haben:

- siehe oben: eine georgische Al-Qaida gab es gar nicht,

- die den Brigade Rosse angelasteten Verbrechen in Italien waren eigentlich von geheimen NATO-Truppen organisiert (2)

- England musste mittlerweile Geheimdokumente offen legen, nach denen die englische Armee in Nordirland gezielte Tötungen auf beiden Seiten unterstützte oder verübte, für die dann jeweils die andere Seite verantwortlich gemacht wurde (3).

- Der Flugzeugabsturz von Lockerbee wurde offensichtlich nicht durch libysche Terroristen verursacht. Belastet wurde Libyen durch einen von Israel in Libyen platzierten Kurzwellensender. Wer letztlich für den Flugzeugabsturz verantwortlich ist, müsste noch untersucht werden. (4)

- die Hamas hat in Gaza Unterlagen zur Zusammenarbeit von Fatah, Mossad und CIA bei sogenannten „Terroranschlägen“ sicher gestellt, für die bisher ausschließlich Palästinenser verantwortlich gemacht wurden. (5)

- 9/11, der wohl berühmteste Anschlag der letzten Jahre, ja, da wissen wir praktisch gar nichts Gesichertes darüber. (6)

Richtig, wir müssen uns daran gewöhnen, beim Wort Terrorismus ganz wo anders hinzuschauen, als die Medien oder auch unsere Regierungen uns zeigen möchten. Am Besten wird es wohl meistens sein, zu überlegen, warum die jeweilige Regierung gerade möchte, dass wir uns vor einer vergleichsweise harmlosen Bedrohung (haben Sie sich Pispers schon angehört?) übermäßig fürchten? Welche Krot will die Regierung, oder die Leute die dahinter die Fäden ziehen, uns gerade wieder schlucken lassen: Fingerabdrücke im Pass, Überwachungskameras auf den Strassen, Lauschangriff auf unsere Privatgespräche... Irgendwie müssen wir uns ja wohl überwachen lassen, damit wir nicht zu viel Unsinn machen, nicht wahr.


(1) http://www.alternet.org/audits/112457/?page=entire
(2) Daniele Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung
(3) http://www.anfhirinne26.com/
(4) http://news.scotsman.com/index.cfm?id=1855852005
(5) http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=2868&Itemid=214
(6) http://911-archiv.net/

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ORF zur Folter durch die USA

12.12.2008

Der ORF schreibt am 12.12. (1): "Das Bekanntwerden brutalster Behandlung von Gefangenen im Gefängnis Abu Ghoraib und an anderen Orten hatte zu internationaler Empörung geführt und einen massiven Ansehens- und Glaubwürdigkeitsverlust des US-geführten Kampfes gegen den Terrorismus und der Regierung von Präsident George W. Bush zur Folge."

Danach könnte man annehmen, dass der Kampg gegen den Terrorismus der USA irgendwann Ansehen und Glaubwürdigkeit genossen hätte. Dabei haben die USA nach eigenen Angaben Afghanistan angegriffen, weil dort ein Mensch, Osama bin Laden, vorübergehend wohnte, der angeblich für einen Anschlag auf die USA verantwortlich war. Laut Menschenrecht darf ein Mensch, auch ein Terrorist, nur von einem Gericht verurteilt werden. Eine solche Verurteilung hat es aber von Osama bin Laden nie gegeben. Selbst wenn es sie gegeben hätte, hätten Osama bin Laden und eventuelle Mitschuldige zu einer angemessenen Strafe verurteilt werden können. Was eine angemessene Strafe ist, wäre hier auch noch eine Diskussion wert. Die USA sind eines der letzten Handvoll Länder, die die Todesstrafe praktizieren, obwohl sie laut Menschenrechtskonvention verboten ist.

Auf keinen Fall ist es gestattet, ein Land anzugreifen, und wie in diesem Fall, zu zerstören, weil ein nicht verurteilter Verdächtiger sich dort aufhält, selbst wenn dieses Land die Auslieferung diese Verdächtigen verweigert. Dies hatte Afghanistan aber gar nicht. Viel mehr hatte die afghanische Regierung um entsprechende Beweise gebeten, die Osama bin Laden ausreichend klar belastet hätten, um eine Auslieferung auf rechtlicher Basis genehmigen zu können. Die USA sind diese Beweise, aus gutem Grund, schuldig geblieben. Osama bin Laden wird nicht einmal vom FBI gesucht, vermutlich weil nichts gegen ihn vorliegt.

Als nächsten Schritt im "Kampf gegen den Terror" haben die USA den Irak angegriffen. Dass der Irak mit der Zerstörung des World Trade Center nichts zu tun hatte, stand von Anfang an klar. Dass der Irak nach Krieg und 12 Jahren Blockade keine Massenvernichtungswaffen mehr besaß, stand außer Zweifel. Wozu wäre sonst die Blockade gut gewesen, wenn nicht wenigstens um die Waffen zu beseitigen, die das Land angeblich gefährlich gemacht hatten. Es hätte nicht den "Selbstmord" des Biowaffenexperten und Mitglieds der UNO-Waffenkontrollkommission im Irak, David Kelly, einem Bahai, der allein wegen seiner Religion schon nie Selbstmord begangen hätte, um die Behauptungen vor dem Krieg als Lügen zu erkennen. Es hat nicht erst das Geständnis Colin Powells gebraucht, dass sein Auftritt beim UNO-Sicherheitsrat, bei dem er für die Regierung Bush vor versammeltem Plenum lügen musste, ein Schandfleck in seiner Karriere war, um zu wissen, dass Colin Powel damals log.

Hat der Autor von ORF-Online wirklich Abu Ghraib gebraucht, um zu wissen, dass Terrorismus, das Versetzen einer Bevölkerung in Angst, nicht mit Bomben beseitigt werden kann? Dachte er denn, das Bombardieren eines Landes und seiner Bevölkerung sei in einer zivilisierten Welt eine Antwort auf selbst 3000 Tote? Dachte er denn davor, dass ein Krieg Probleme löst und nicht nur zerstört? Hielt er Rache für angebracht? (2)


(1) http://www.orf.at/081212-32737/index.html
(2) http://www.regelsberger.at/privatarchiv/Hamurabi.htm

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Gaza

02.12.2008

Gaza wird von Israel blockiert. Heute wurde von der israelischen Marine ein lybisches Schiff daran gehindert, mit Lebensmitteln und Hilfgütern in Gaza einzulaufen. Die UNO fürchtet eine humanitäre Katastrophe. Jeden Tag sterben Menschen, weil es keine Medikamente und keine Gesundheitsversorgung mehr gibt. Ein Großteil der Kinder leiden mittlerweile an Untererhährung. Es gibt keine Strom mehr, kein sauberes Trinkwasser, keine Abwasserreinigung. Ein kleiner Funke noch und ein Flächenbrand an Seuchen bricht aus.

Was tut die internationale Staatengemeinschaft: sie schaut zu. Die Medien: sie berichten nach wie vor über Mumbai. Warum sind Gaza und Palästina und seine Bewohner keine internationale Unterstützung wert. Warum verdienen sie nicht einmal einen Bericht über ihre verzweifelte Lage.

Wer mehr wissen möchte, kann unter electronicintifada.net einiges finden.
Hier habe ich selbst einige Information gesammelt: http://www.regelsberger.at/privatarchiv/Isreal_Gaza_links.html
Es ist alles haarsträubend.

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Kardinal Christoph Schönborn: „Die Pille ist de facto ein Nein zum Leben“

29.11.2008

Kardinal Christoph Schönborn im Interview mit "Orientierung": „Die Pille ist de facto ein Nein zum Leben“

Herr Kardinal, der Zölibat, ist der nicht auch ein „Nein zum Leben“? Nun sei es Priestern unbenommen, den Zölibat zu wählen. Wer sollte sich in Ihre Angelegenheiten einmischen – etwa ich, der ich verheiratet bin und vier Kinder habe? Nein, das liegt mir fern. Ich kann Ihre Beweggründe letztlich nicht vollständig nachvollziehen. Ich respektiere jedoch Ihre Argumente und Ihre Entscheidung.

Tun Sie das doch bitte auch gegenüber jenen, die einen anderen Weg wählen. Wir sollten davon ausgehen können, dass Sex in Ihrem Leben keine Rolle spielt und Sie ihn wohl auch nicht gänzlich verstehen. Es wäre also fair, wenn Sie sich unqualifizierter Kommentare enthalten. Lassen Sie jene, die sich für Sex entschieden haben, selbst wählen, ob sie Kinder zeugen wollen oder nicht und wie sie das machen.

Ihre Aussage mag in Österreich noch hingehen, weil sie hier kaum Schaden anrichtet. In anderen Ländern ist sie geradezu gefährlich. In armen Ländern mit einem Bevölkerungswachstum von bis zu 4 % pro Jahr ist Empfängnisverhütung die einzige kurzfristige Lösung. Das haben selbst die Vertreter der katholischen Kirche in solchen Ländern erkannt. Ich kann mich noch an das Entsetzen der Klosterschwestern, Brüder und Priester in Ruanda beim Besuch von Karol Wojtyła 1990 erinnern, als dieser in einer Predigt hervorhob, was für ein Segen Kinder seien, und dass wirksame Empfängnisverhütung nicht erlaubt sei. Jahre mühsamer Aufklärung waren mit einem Satz zunichte gemacht, und das in einem Land, das wegen seiner hohen Bevölkerungsdichte und dem rasanten Wachstum ständig am Kollaps kratzte.

Herr Kardinal, kümmern Sie sich bitte um die Seelen und überlassen Sie den Sex denen, die ihn praktizieren (dürfen).

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Illegale Blockade des Gazastreifens durch Israel

19.11.2008

UNITED NATIONS HIGH COMMISSIONER
FOR HUMAN RIGHTS CALLS FOR AN
IMMEDIATE END TO THE ISRAELI
BLOCKADE OF GAZA


18 November 2008


United Nations High Commissioner for Human Rights Navi Pillay called today for an immediate end to the Israeli blockade of Gaza. "By function of this blockade, 1.5 million Palestinian men, women and children have been forcibly deprived of their most basic human rights for months. This is in direct contravention of international human rights and humanitarian law. It must end now," she said.

The High Commissioner further called for the Israeli authorities to facilitate the urgent passage of essential humanitarian goods, including food, medical supplies, and fuel, to immediately allow the restoration of electricity, water and other essential services, and to lift movement restrictions preventing the passage of civilians for medical, educational and religious purposes. "Decisive steps must be taken to preserve the dignity and basic welfare of the civilian population, more than half of which are children," she added.

While welcoming the decision by Israel to allow a limited number of trucks to enter Gaza on 17 November, the High Commissioner recalled the Occupying Power's obligation to fully cease all measures that are inconsistent with its obligations under international law. "Only a full lifting of the blockade followed by a strong humanitarian response will be adequate to relieve the massive humanitarian suffering evident in Gaza today."

Calling on all sides to respect international law and the security of civilian populations, the High Commissioner also appealed for a complete cessation of Israeli air strikes and incursions, and of rocket fire by Palestinian groups.

http://www.unhchr.ch/huricane/huricane.nsf/view01/970000281DD042E9C12575050049A83A?opendocument

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