Magst du Tiere? Eine ethische Betrachtung

24.09.2010

Humboldt, Alexander von (1769-1859) Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde -
Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheusslichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen oder doch gleichgültig zulassen. Können wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einem furchtbaren Weg des Abstieges entgegengehen?

Wer sich im Internet darüber informiert, was mit Tieren geschieht - Massentierhaltung, Tiertransporte, Farmen mit kleinen Nerzen, die in schuhkartongroßen Käfigen leben (in Deutschland !), Delfine, die sinnlos abgeschlachtet werden, Farmen, in denen Tiere lebendig gehäutet werden und noch stundenlang neben ihren, noch nicht gehäuteten Brüdern, liegen und atmen, Tiere im Labor, die mit den übelsten technischen Geräten versehen und gequält werden - wird erschüttert feststellen, dass der Mensch zu den perversesten Dingen fähig ist. Im 21. Jahrhundert. Tiere als Rohstoff und als Geldquelle zu betrachten, ist barbarisch, ignorant und entbehrt jeder menschlichen Größe und Intelligenz.

Wenn ich eine alte (oder junge) Frau mit einem Pelzmantel, die einen kleinen Hund auf dem Arm trägt, sehe, frage ich mich: Spürt der Kleine eigentlich, dass sein toter Bruder da als Mantel getragen wird? Ich denke: Ja. Der Geruchssinn vom Hund ist ja bekannt. Und fühlt er sich dann bei seinem Frauchen wohl, auch wenn er mit Leckerchen vollgestopft wird? Ein Chiwawa darf leben - ein Waschbär, Kaninchen oder Hermelin nicht. Oder gibt es schon Mäntel, die aus Chiwawas gemacht werden.... Nun, der Mensch, der sich Rechtssysteme mit Richtern gebaut hat, ist ein großer Verfechter des Rechts. Aber ist es gerecht zu sagen, der Chiwawa darf leben und der Fuchs nicht - welche Spezies leben darf und welche nicht?

Dass Tiere kein Rohstoff sind, sondern auf Grund ihrer Fähigkeiten Helfer für die Menschen sein können: Hunde, die nach einem Erdbeben Verschüttete finden oder bei der Polizei ihre Dienste tun - Delfine, die Ertrinkende retten - sind nur einige Beispiele. Wenn es keine Vögel geben würde, wäre der Mensch jemals auf die Idee gekommen, dass man sich auch in der Luft fortbewegen kann? Oder im Wasser, wenn es keine Fische geben würde? Stattdessen baut der Mensch U-Boote und macht Übungs-Manöver mit Sonartechnologie, dass eben diese Fische - die Wale stranden und elend sterben. Die Tiere sind gutmütig und stellen uns ihre Fähigkeiten zur Verfügung - wir sind es nicht. Wobei festzustellen ist - es gibt drei Lager: 1. Die Ausbeuter, die keinerlei Skrupel haben. 2. Die Bequemen, denen es im Großen und Ganzen egal ist oder sie sagen, da kann man sowieso nichts machen. Und 3. Diejenigen, denen es bewusst ist, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die vor den anderen geschützt werden müssen. »Es ist unrecht einen Menschen zu töten … und es ist ebenso Unrecht ein Tier zu töten!« Dalai Lama

Weltweit setzen sich hunderttausende Menschen für die Tiere ein - es sind viel mehr Menschen, die etwas für die Rettung und Rechte unserer stummen Mitgeschöpfe tun, als diejenigen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Quälen und Töten bestreiten. Unter Quälen verstehe ich auch, dass Wildtiere, die normalerweise in großen Wäldern leben, wo ihr Revier mehrere Quadratkilometer beträgt, ihr Leben in winzigen Käfigen verbringen müssen; mit ihren Pfötchen auf einem groben Gitterboden (damit das Reinigen der Käfige wegfällt) an den Stangen festhaltend, versuchen sie die Wände und Decke hoch ihre Freiheit zu bekommen. Immer wieder, im Kreis - wie ein Hamster im Laufrad. Nur mit dem Unterschied, dass der Hamster mehr Platz hat.

Wildtiere, die sich ihre Nahrung frisch erjagen, irgendwelchen Pamps aus verrotteten Abfällen auf den Käfig geklatscht bekommen, um dann letztendlich ihre Haut zu lassen. Wir meckern, wenn auf der Restauranttoilette die Papierhandtücher ausgegangen sind, und die Tiere dürfen nicht mal ihre "nackte" Haut behalten.

Tiere benötigen zum Leben viel weniger als wir - ihren Lebensraum, den Wald, das Wasser, das Meer. Und ihren Körper. Mehr nicht. Aber nicht einmal diese einfachsten Dinge zum Überleben dürfen sie behalten. Der Mensch geht wie eine Dampfwalze über die Erde - für einen Burger werden unzählige Liter Wasser, Energie und ökologische Ressourcen verbraucht - für 2,50 €. Auf der Nutzfläche, wo eine Kuh gehalten wird, könnte für Hunderte von Menschen Getreide angebaut werden.

Viele Menschen vertrauen dem, was sie in den Geschäften zu kaufen bekommen. Wer weiß schon, dass beim Kauf einer Gesichtscreme mit Kollagen oder Squalen auch ein Tier sterben musste? Kollagen kommt in vielen Bindegeweben der Säugetiere vor, am häufigsten in Haut und Knochen, auch in Sehnen, aber Hornhaut des Auges und in Faserknorpel. Und Squalan (soll gegen Falten helfen) aus Haien, die mittlerweile schon Aussterben bedroht sind, genommen wird. Vertrauen ist also gut, auf die Zutatenliste zu schauen besser. Eine transparente verbraucherfreundliche Inhaltsstoffangabe sollte in deutsch zu lesen sein. Der Drogeriemarkt "dm" tut es - dort sind die Inhaltsstoffe auf deutsch und englisch zu lesen. Es gibt dort Kosmetik, Wasch- und Putzmittel, die ohne jegliche Stoffe auskommen, die aus Tierorganen stammen. Und diese Produkte sind gut: Sie waschen und pflegen mindestens genauso gut und sind vom Preis her Spitze, oft sogar unter den "tierischen".

Ich möchte kein Putenfleisch essen, wo ich mir nicht sicher bin, dass in der Massentieranlage nicht welche mit gebrochenen Beinen sind oder sogar tote Tiere zwischen den anderen liegen. Welcher Mäster, der Tausende von Tieren hält, kann sowas aber garantieren? Wenn er einmal am Tag durch die Halle läuft, kann er dann sehen, ob ein einzelnes Tier erkrankt ist? Wohl kaum. Letztens habe ich eine Sendung über einen Biobauern gesehen, der seine Tiere wirklich artgerecht hält. Am Schluss sagte er - ich kann nachts ruhig schlafen, weil ich weiß, dass es meinen Tieren zu Lebzeiten gut geht und die Käufer keine arzneimittel- oder schadstoffverseuchtes Fleisch bekommen. Hier ist der Preis höher als beim Fleisch im Supermarkt. Es ist jedem seine Entscheidung, ob er lieber siebenmal die Woche das billige oder vielleicht nur zwei- dreimal die Woche Fleisch isst, um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Solange es Menschen gibt, die aus Bequemlichkeit (oder zu großer Vertrauensseeligkeit) nicht schauen, was sie da eigentlich kaufen - woraus es gemacht wurde und woher es kommt, die sich echte Pelze (oder Jacken mit Pelzbesatz) kaufen, die morgens, mittags, abends Fleisch essen, wird sich nichts ändern. Ein Umdenken der Politiker findet zwar wegen des großem Drucks, mehr oder weniger, statt, geht aber sehr schleppend voran. Der Tierschutz ist ins Grundgesetz und als Staatsziel aufgenommen - an der Umsetzung happert es noch sehr.

Wenn ich einen Wunsch in diesem Leben frei hätte, würde ich mir wünschen, dass Tiere sprechen könnten. Hast du schon einmal in die traurigen Augen einer Kuh geblickt, die aus den Gitterstäben einer Transportbox schaut. Hast du schon die Schreie gehört, wenn Fohlen ihrer Mutter weg gerissen werden, bevor sie dem Fleischer aus Italien versteigert werden? Hast du schon mal den Gestank in einer Pelztierfarm gerochen? Hast du schon mal die Angst gerochen, wenn ein Tier zum Schlachten abgeholt wird? Oder der kleine Waschbär, der aus der Nase blutet, weil der Chinese ihn dreimal mit dem Kopf auf den Boden geknallt hat - mit blutender Nase sitzt der kleine Kerl da, schaut mit seinen kleinen schwarzen Augen und weiß nicht, was da passiert - und wir wissen, dass er in der nächsten Stunde sterben wird. Hast du dieses Leid schon einmal gesehen? Nein? Dann sei dir trotzdem gewiss, dass dies alles passiert.

Wir haben es in der Hand, unsere Kaufgewohnheiten zu überdenken und zu ändern. Und unsere Kinder zu fortschrittlichen Menschen zu erziehen.

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Nicht ganz zu Staub

13.09.2007

Ein Gedicht von mir wird in einem Buch gedruckt. Ich dachte schon gar nicht mehr dran - vor neun Monaten hatte ich es eingereicht und heute, als ich den Briefkasten eigentlich nicht anrühren wollte, war diese Nachricht drin. Ich muss nichts dafür bezahlen (hatte schon einmal recherchiert und bei einigen Verlagen ist es so, dass sie viel Geld möchten, damit sie etwas verlegen).

Dieses Buch erscheint zur Adventszeit und ist ein Werk zur Dokumentation deutscher Dichtung. Es wird von der Österreichischen Nationalbibliothek Wien angekauft und auch in der Deutschen Bibliothek, den Staatsbibliotheken zu Berlin, Hamburg und München, in der Schweizerischen Landesbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der weltgrößten Bibliothek, der Library of Congress in Washington wird es eingestellt.

So steht denn das Buch wahrscheinlich noch lange dort, auch wenn ich selber nicht mehr da bin. Ein Stück Unsterblichkeit.

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Kluge Männer

20.06.2007

Gott, gib mir Geduld - undzwar sofort..

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Grenzenlose Grenzenlosigkeit

11.05.2007

Kann es das geben?

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Aprilsommer

29.04.2007

Moos und Zweige in den Haaren.
Die Nächte sind so warm.
Ich traf ein traurige schöne Frau.
Mit wunderschönen Brüsten.
Braune Augen, die keinen Horizont kennen,
blicken jenseits des Jetzt.
Es passiert so selten,
dass man die Schönheit erlebt.
Man ist sich sehr nah,
geht danach auseinander.

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Sonntag

15.04.2007

Verkatert wache ich auf. Viel zu früh. Durch geschwollene Augenlider versuche ich meine Umgebung wahr zunehmen - die Sonne strahlt unerbittlich durch die 3 Fenster und nur an einem ist eine Jalousie angebracht.

Ich krame nach einer von den Klamotten, die über das Bett verteilt, lege sie mir aufs Gesicht und versuche weiter zu schlafen. Gedankenfetzen geistern durch das träge Hirn. Ich versuche mich an den Abend zu erinnern. Bruchstücke, die mich nicht froher machen. Glaube, bin auf der falschen Bühne gelandet; hätte doch lieber Studio 4 wählen müssen, dort läuft wahrscheinlich gerade der richtige Film. Der Film, indem manches besser läuft. Der hier ist ein schlechter mit einer miserablen Heldin, die voller Überzeugung, dass ihre Entscheidungen die richtigen sind, eine Scheiße nach der anderen baut, es sich dauernd anders überlegt, was nun wirklich das Richtige ist, frei nach dem Motto: Einen Schritt vor und zwei wieder zurück. Verbrannte Erde, auf der dann später mühsam kleine Keime sprießen, die dann doch wieder zertrampelt werden. Bar jeder Vernunft.

Mache die Balkontür auf, um das Hündchen in den Garten zu lassen und lege mich wieder hin. Der Mann vom Nachbargrundstück, der oft auf dem Balkon steht und telefoniert, nervt auch heute wieder. Der muss selber schwerhörig sein, wenn er so laut redet, denke ich. Kiri bellt ihn an, es schallt über drei Höfe. Es scheint dem Mann zu gefallen - aufgekratzt schreit er förmlich den Telefonhörer an. Wütend stehe ich auf, nehme den Hund wieder mit rein - so ein Theater zum Sonntag, von wegen Ruhetag.

Es hat keinen Sinn, zu versuchen, weiter zu schlafen. Ich gehe ins Bad, sehe mein verheultes Gesicht im Spiegel und beschließe, das Haus heute nicht zu verlassen. Ich könnte zwar eine Sonnebrille aufsetzen, aber ich bin zu faul, sie zu suchen.
Melancholisch räume ich auf und mache ein wenig sauber. Um 3 höre ich den Krimi auf Deutschlandfunk. Er ist nicht besonders, ich frage mich warum, sonst sind sie doch immer Klasse. Am Ende sagt der Moderator: "Sie hörten soeben den und den Krimi von soundso, aus dem türkischen übersetzt von..." Ja, alles klar.

Beim Staubsaugen überkommt mich der Drang zum Schreiben und ich setze mich an den Rechner. Zwischendurch hole ich mir eine Zigarette und einen Kaffee, wo ich an der Kommode vorbeikomme, auf der das Buch "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" liegt. Im Vorbeigehen lese ich ein Wort, Moment mal, es ist das Wort "Liebesunfähigkeit". Ich lese weiter:

"...Er schaute über den Hof auf die schmutzigen Mauern und begriff, dass er nicht wusste, ob es Hysterie war oder Liebe. ... Er haderte mit sich, bis er sich schließlich sagte, es sei eigentlich ganz normal, dass er nicht wisse, was er wolle.
Man kann nie wissen, was man wollen soll, weil man nur ein Leben hat, das man weder mit früheren Leben vergleichen noch in späteren korrigieren kann.
Ist es besser mit Teresa zu leben oder allein zu bleiben?
Es ist unmöglich, zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung. Wie ein Schauspieler, der auf die Bühne kommt, ohne Vorbereitung. Was aber kann das Leben wert sein, wenn die erste probe für das Leben schon das Leben selber ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben immer einer Skizze. Auch >Skizze< ist nicht das richtige Wort, weil Skizze immer ein Entwurf zu etwas ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unseres Lebens eine Skizze von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild.
Einmal ist keinmal, sagt sich Tomas. Wenn man ohnehin nur einmal leben darf, so ist es, als lebe man überhaupt nicht. ..." >Milan Kundera<

Ist es Zufall, dass er die Worte "Schauspieler" und "Bühne" benutzt, die ich auch gerade im ähnlichen Zusammenhang aufgeschrieben hatte? Hhm, vielleicht ein Seelenverwandter.

Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend. Auf Radio Blau läuft heitere Reggaemusik, aber irgendwie mit Trompeten. Beim Hören stellt man sich eine spaßige Kapelle vor, die durch die Straßen zieht, gefolgt von tanzenden Menschen. Vor ein paar Tagen fand ich einen großen Spiegel von einem LKW auf der Straße. Zerstört, durch und durch mit Rissen übersäht, fand ich ihn schön und nahm ihn mit.

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Echt

05.04.2007

Du Trägst Keine Liebe In Dir
Artist or band: Echt
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Du ziehst nervös an deiner Zigarette
Du hast das Rauchen wieder angefang'n
Du fragst mich, nach meinem Befinden
Wie du siehst ist es mir gut ergang'n
Du schweigst und schlägst die Augen nieder
Mit deinem neuen Freund ist es schon vorbei
Es scheint das passiert dir immer wieder
Kannst nie lange bei jemandem sein

Du bist immer noch verdammt hübsch anzuschau'n
Doch ich würde nicht allzu lange darauf bau'n

Denn du trägst keine Liebe in dir
Nicht für mich und für irgendwen
Denn du trägst keine Liebe in dir
Dir nachzutrauern macht keinen Sinn mehr
Denn du trägst keine Liebe in dir
Dich zu vergessen war nicht sehr schwer
Denn du trägst keine Liebe in dir

Deine Augen sehen verzweifelt
Dein Lachen klingt so aufgesetzt
Bild ich's mir ein, oder hab' ich dich etwa nach so langer Zeit verletzt?
Ich habe dich noch nie so geseh'n
Du fragst mich, ob wir uns wieder seh'n
Doch es gibt kein Zurück mehr
Du brauchst mich nicht mehr

Du bist immer noch verdammt hübsch anzuschau'n
Doch ich würde nicht allzu lange darauf bau'n

Denn du trägst keine Liebe in dir
Nicht für mich und für irgendwen
Denn du trägst keine Liebe in dir
Dir nachzutrauern macht keinen Sinn mehr
Denn du trägst keine Liebe in dir
Dich zu vergessen war nicht sehr schwer
Denn du trägst keine Liebe in dir

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Spielen macht agressiv

06.02.2007

Wer war die Sau, die mir gestern die 10 000 Euro vermasselt hat?

Seit einer Woche spiele ich nun beim Radio PSR Spiel "5 für 1 Mio." mit und werde zunehmend frustrierter.

1.Tag: Ich beschließe, mich dem Spielfieber anzuschließen, mit zwei 5 Euro-Scheinen. Schalte das Radio zur vollen Stunde ein. Es meldet sich prompt einer aus dem Kuh-Nest Schmölln und behauptet, er hätte den Schein; die Nummer würde auf einem Zettel stehen, auf dem auch noch weitere 87 Zahlen stehen, von den Scheinen, die er bis jetzt gesammelt hat.

Er hätte diese aber unterschiedlichen Stellen deponiert und müsse ihn erst suchen. Ich denke mir: "Was für ein Schwachmat ist das denn?"

Der Reporter fährt zu ihm hin, das Spiel ist in dieser Zeit unterbrochen. Dann suchen sie zu dritt den Schein- selbst im Katzenklo - was für ein Blödsinn. Das geht so vier Stunden lang. In dieser Zeit höre ich diesen nervigen Sender, der dauernd Werbung bringt und es zu seiner Aufgabe gemacht hat, die lautesten Songs von der GEMA zu kaufen, die es gibt. Und fast ganz Sachsen hat jetzt Wut auf den Trottel, der der Schein hat und ihn nicht findet.

Dann lese ich in den Teilnahmebedingungen, dass der Gewinner 24 Stunden Zeit hat, um den Schein vorzulegen. Na prima.

Ich rufe bei dem Sender an und frage, ist das Spiel denn nun für die ganze Zeit unterbrochen?
Sie sagen, nein, es geht in der nächsten Stunde weiter. Wahrscheinlich hatten sie schon viele Anrufer, die sich dazu wütend ausließen.

OK. Das Spiel geht weiter. Jede Stunde mache ich das Radio an und vergleiche die Zahlen. Einmal habe ich die letzte richtig, das würde 100 Euro geben. Ich lasse es aber, dort anzurufen, damit die Leute eine Chance haben, die 2 oder 3 Zahlen richtig haben. Die bekommen nämlich dann 1 000 oder sogar 10 000 Eus.

Zum Glück ist 18 Uhr dann Schluss.

2.Tag: Es ist ganz schön stressig: Zu jeder Stunde das Gleiche - Radio an, Zahlen vergleichen. Manchmal suche ich mir die Zahlen auch auf der ihrer Webseite. Die kommen aber nicht immer dazu , es pünktlich zu aktualisieren und nur wer in der ersten Viertelstunde mit dem richtigen Schein anruft, bekommt die Million. Einmal hatte ich es verpasst, das Radio pünktlich anzumachen und erst 40 Minuten später erschien die Nummer im Internet.

3.Tag: Ich gehe nicht immer mit meinem Hund runter, wenn es sein müsste, damit ich nichts verpasse.

4.Tag: Ich erfahre, man kann auch die Bild-Zeitung kaufen, da stehen die Nummern für den ganzen Tag drin. Natürlich kaufe ich mir das Wurschtblatt, um mir die stündliche Nerverei zu ersparen. Danke, liebe Marketing-Abteilung! Bild scheint wohl einer der Sponsoren zu sein.

5.Tag: Endlich Wochenende! Spielpause, uff.

5.Tag, abends: Im Konsum geben sie mir 40 Euro in 5 Euro-Scheinen raus. Ich sage: "Oh, NEEIIN, bitte nicht, irgendwie bisschen Geld brauche ich doch noch zum Leben!" Aber es hilft nichts, diese Idioten, die sonst immer angeblich kein Wechselgeld haben, geben mir die vierzig so. Wir beschließen, diese nicht in unsere Sammlung zu tun. Mein Sohn sagt, und was, wenn der Millionen-Schein dabei war? Danke, Konsum, zum hunderttausendsten Mal!

6.Tag: Mittlerweile haben wir 12 Scheine gesammelt. Zwei Zahlen richtig! Ich versuche eine halbe Stunde lang mittels Wahlwiederholung in die Warteschlange zu kommen - umsonst: Es kommt ein Blödi durch - toll- 100 Euro gewonnen! Ca. 30 Mal angerufen, für nur 50 Cent pro Anruf. Ich könnte den Heini erwürgen!

7.Tag: 3 Zahlen richtig - 10 000 Euro! Ich engagiere meinen Sohn und meinen Freund, damit sie mit anrufen und trinke keinen Kaffee mehr. Wir versuchen es 30 Minuten lang - vergebens. Eine Oma hatte Glück und gewinnt 100 Euro!

ALLE RENTNER ERSCHIIIIEßEN!

So, und jetzt soll nochmal einer behaupten, Spielen mache nicht aggressiv, der kriegt gleich eine auf die Fresse!

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Kneipen-Rabauke

05.02.2007



...leider kein Bild da.
Seitdem mein Server wegen "Instabilitäten" neu installiert wurde, gibts nur Probleme: erst war ein Unterpostfach mitsamt allen mails weg und war nicht zu retten - es is einfach weg.
Dann kam ich nicht mehr auf meine Domäne.
Jetzt komme ich darauf, kann aber keine Bilder rüberladen. Er transferiert - es kommt aber nur der Dateiname an - mit 0 Kb.

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An alle Dauer-Breiten

30.01.2007

Heute ist ein guter Tag, um damit aufzuhören und anzufangen zu leben.

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